Was ist für dich Liebe? Diese Frage wird jeder Mensch anders beantworten. Liebe ist individuell. Sie verleiht Flügel, sie verursacht diese Schmetterlinge im Bauch und manchmal tut sie auch weh. 

Technisch gesehen könnte man sagen: Da finden sich zwei Menschen, es gibt mit Sicherheit ein paar Essen bei Kerzenschein und vielleicht einen Sonnenuntergang mit der Überschrift: Romantisch! 

Was ist Bodenarbeit?

Auch diese Frage werden viele Reiter unterschiedlich beantworten. Bodenarbeit ist ebenso individuell. Manchen Pferden verleiht sie Flügel, manchmal verursacht sie ein gutes Gefühl im Bauch und manchmal fühlen sich Mensch und Pferd damit gar nicht wohl. 

Wir werden in weiterer Folge über die Bodenarbeit in der Akademischen Reitkunst sprechen; technisch gesehen könnte man sagen: Da treffen sich Pferd und Mensch, es gibt einen Kappzaum, eine Longe und dann rennt der Zweibeiner rückwärts. Überschrift: Augen im Hinterkopf. Aber wo bleibt hier das Gefühl?

Im heutigen Beitrag geht es ums Gefühl – und weil Gefühle individuell sind, habe ich dich an meinen Gefühlen in ein paar Videos teilhaben lassen. 🙂 

Was fühlst du über Bodenarbeit? 

Bodenarbeit hat so viele Facetten – die einen verstehen unter Bodenarbeit primär Erziehungsarbeit, Horsemanship, Training der Propriozeption, – und andere haben das Gefühl Bodenarbeit ist eben Gymnastizierung und Vorbereitung des Pferdes aufs Reiten. Oder einfach eine nette Abwechslung. 

In der Akademischen Bodenarbeit laufen wir eben rückwärts vor dem Pferd her. Das bringt manchmal auch spannende Fragen mit sich. 

„Führt ihr die Pferde an der Nase herum“? 

„Nein natürlich nicht“. 

„Aber ist das rückwärts laufen nicht gefährlich“? 

„Nein, wenn es sinnvoll vorbereitet ist“. 

Mögliches Gespräch im Stall…

Die Basis ist die Synchronität und das Zusammensein

Vor jeder Ausbildung steht freilich die Beziehung. Vor der Bodenarbeit stehen bestimmte Basisführübungen. Technisch gesehen laufen wir hier entweder neben dem Pferd oder vor dem Pferd. 

Was wir dabei erarbeiten wollen? 

  • Ein gemeinsames Tempo
  • Einen gleichmässigen Abstand
  • Gemeinsames Angehen und gemeinsames Halten
  • Ein erstes Schulen von Balance zwischen den Schultern 

Und was fühlen wir dabei? 

Technisch gesehen haben wir die Gerte als verlängerten Arm und unseren Körper, um Energie an das Pferd zu senden. Über das Seil oder die Longe können wir Energie drosseln oder auch wieder fließen lassen. 

Wenn wir neben dem Pferd unterwegs sind, dann fühle ich zuerst mal meine eigene Balance. Bin ich vorwärts ausgerichtet? Oder dränge ich eher zum Pferd hin? Wie sind meine Zehenspitzen ausgerichtet?. Zeigen sie zum Pferd oder in die Bewegungsrichtung? Und wie ist der Fluss der Energie? 

Im folgenden Video erzähle ich, was ich fühle:

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Was fühle ich in Punkto Distanz? 

Ich kann mich also auch mehr oder weniger verbunden mit dem Pferd fühlen. Manchmal auch Zuviel. Pferde „docken“ gerne an. Wenn die Fohlen mit den Müttern mitlaufen, dann ist die Nase an der Schulter der Mutter „gekoppelt“. Was ist zuviel, was ist zu wenig? 

Wir würden gerne eine gewisse Distanz erarbeiten. Aber welche Distanz ist eigentlich für mich selbst in Ordnung? Wie könnte es das Pferd empfinden? 

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Was fühle ich in Punkto Tempo? 

Wir hätten beim gemeinsamen Führen gerne ein bestimmtes Tempo. Dazu finde ich das folgende Bild sehr interessant. Wie fühlt es sich an, wenn wir gemeinsam mit einem Freund unterwegs sind. Wir gehen spazieren und plaudern miteinander. Unbewusst stellen wir uns auf das Tempo des Partners ein. Wir haben keine Absprache, wir brauchen nicht über das Tempo zu kommunizieren. Ich selbst bin eher ein schneller Typ, es kann aber sein, dass ich mit einem ruhigeren Pferd unterwegs bin. Was ist der eigene Rhythmus, wenn man so unterwegs ist? In welchem Tempo fühle ich mich wohl? 

Es gibt kein Tempo-„Muss“. Wichtig ist, sich über das Tempo des Gegenüber im Klaren zu sein. Was ist zu schnell, was ist zu langsam. Und freilich ist auch hier ein Gefühl für Motivation wichtig. Wenn ich ein sehr schnelles Pferd habe, werde ich es motivieren müssen, langsamer bei mir zu bleiben, habe ich ein sehr langsames Pferd möchte ich vielleicht mehr Fleiß etablieren. 

Wie würden wir uns fühlen in einer solchen Situation. Wie müsste sich unser Trainer verhalten, um uns zu motivieren. Kleine Schritte, großes Lob oder ständiges Pushen? 

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Was fühle ich bei der Formgebung? 

Technisch gesehen hätten wir gerne Stellung und Biegung. Das bedeutet das Pferd soll sich abwärts strecken, wir hätten gerne eine so genannte Ganaschenfreiheit, das bedeutet, unter dem ersten Halswirbel ist Platz, damit sich der Unterkiefer unter den Atlas bewegen kann, wenn wir das Pferd korrekt stellen möchten. Aber was habe ich da in der Hand? Wie kann es sich unterschiedlich anfühlen? 

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Was wir technisch wollen: 

  • Stellung und Biegung
  • Nase auf Buggelenkshöhe, Genick auf Widerristhöhe
  • Stellung überträgt sich mittels Biegung auf den ganzen Körper bis zum Schweif
  • Rumpf kommt innen etwas abwärts, innererHüfte senkt sich ab. 
  • Gewollt ist also eine gewisse Formgebung, eine gewisse „Haltung“ – aber wie kann sich das genau anfühlen? 

Fotocredit: Katharina Gerletz Fotografie

Was fühle ich.. zum Weiterlesen, Hören und Lernen