Jungpferdeausbildung in der Praxis – da passt am Besten ein Erfahrungsbericht dazu und ein kleiner Einblick in unsere Arbeit. Daher gibt es in diesem Beitrag eine Rückschau auf die Jungpferdeausbildung von Maestoso Amena und seine ersten zwei Jahre bei uns. Jungpferdeausbildung in der Praxis zu verfolgen ist immer spannend – daher auch ein kleiner Einblick in eine Morgenarbeit von uns.

Rückschau in der Jungferdeausbildung

Maestoso Amena I – kurz Amena kam ziemlich genau vor zwei Jahren zu uns. Eigentlich war ich überhaupt nicht auf der Suche nach einem dritten Pferd, aber wie es halt so ist – wo die Liebe hinfällt. 

Amena wurde in Piber als Hengst in der Jungpferdeherde artgerecht aufgezogen – eine Sache, die die spätere Ausbildung zu einem wahren Vergnügen macht. Die Kinderstube in Piber beinhaltet nicht nur saftige Almweiden im Sommer, sondern auch viel Bewegungsmöglichkeiten im Winter – zunächst noch als Fohlen bei der Mutter, umringt von vielen erfahrenen Kindergärtnerinnen, später als Absetzer in einer gemischten Gruppe und dann nach Geschlechtern getrennt in den Jungpferdegruppen. 

Die „Jungen Wilden“ kann man übrigens im Sommer auf der Stubalm bewundern – und das ist wirklich eine Empfehlung!

Immer konzentriert bei der Sache: Amena in der Jungpferde Praxis

 

Das erste Jahr in der Jungpferde Ausbildung 

Amena kam im Alter von 2 Jahren und 9 Monaten zu uns. Wir haben dann sehr gemütlich mit der Ausbildung begonnen. Eigentlich beginne ich lieber etwas später mit den jungen Pferden, daher haben wir uns in den ersten Monaten auf Spazieren gehen, Abstand halten, gemeinsam Angehen und Anhalten, am Putzplatz stehen und warten beschränkt. 

Amena war stets motiviert und gut gelaunt bei der Sache. Die erste große Herausforderung war ein gewisser Wohlfühlabstand zwischen meiner und seiner Schulter. Hier war freilich alles andere rund um Amena spannend, er drängelte sich dicht an mich und suchte so auch eine gewisse Sicherheit. Zu meiner Sicherheit bevorzuge ich aber etwas Platz zwischen uns. So haben wir nach und nach geübt in der seitlichen Führposition unterwegs zu sein, mehr oder weniger Distanz zwischen uns zu entwickeln und dann auch über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. 

  • Weiter ging es mit Folgen und damit verbundener erster Beeinflussung der äußeren und inneren Schulter. 
  • Amena hat sehr schnell die Inhalte der Bodenarbeit verstanden. 
  • So war es nicht schwer die Sekundarhilfe als inneren oder äußeren Schenkel zu erklären, auch die Zügelhilfen, sekundiert durch die Gerte waren rasch verständlich. 
  • Die größte Herausforderung ist daher die Motivation aufrecht zu erhalten. Amena lernt so schnell und ist immer fleißig mit dabei – daher darf es freilich nicht zu schnell gehen. 

Ich möchte euch in einer kleinen Serie Einblicke in unsere Morgenarbeit geben, woran wir so am Boden üben – daher zeige ich euch in der ersten Folge eine kleine aktuelle Detailarbeit. 

Jungpferdeausbildung und die Dauer des Unterrichts 

Mit Amena habe ich häufig nicht länger als 20 Minuten im Klassenzimmer verbracht. Häufig sogar noch viel kürzer. Das Wichtigste in der Jungpferdeausbildung ist freilich auch immer die Frage: Welchen Schüler habe ich denn da überhaupt vor mir? 

  • Wie lernt mein Pferd?
  • Kann es sich gut oder schlecht konzentrieren? 

Auch in meinem Forum zum Bodenarbeitskurs habe ich kürzlich diese Frage gestellt und war positiv überrascht über die vielen, detaillierten Antworten. Die meisten Missgeschicke oder Sackgassen entstehen freilich, wenn man den Weg nicht kennt – und seinen Wegbegleiter. 

Amena kann sich in einem kurzen Zeitraum sehr gut konzentrieren. Wenn ich in diesem Zeitrahmen bleibe, dann überfordere ich ihn nicht. Aber auch Unterforderung gilt es zu vermeiden. 

Daher versuche ich, möglichst viele freie Tage in unseren Wochenplan einzubauen. Gerade weil Amena recht schnell lernt, möchte ich durch übermässiges Üben nicht Langeweile entstehen lassen – auch hier können sich Fehler einschleichen, die dann schwer zu korrigieren sind. 

Amena hat viel Platz und viele Freunde am Paddock Trail – somit hat er nach Wellness, Putzen und Füttern die Enttäuschung, dass wir an einem freien Tag nicht miteinander „spielen“ ganz rasch vergessen. Überhaupt bleibt unsere Arbeit eher spielerisch angehaucht und ich lasse es zu, dass sich Amena so oft wie möglich auch kreativ einbringen darf. 

Im Video bietet er manchmal einen Schulhalt an, den ich gar nicht abfrage – ich würde eine solche Idee niemals tadeln, aber wenn es nicht korrekt ist, lobe ich es aber auch nicht überschwänglich. 

Allerdings lohnt es sich, genau hinzuspüren, ob das Pferd schon eine Idee zu einem bestimmten Inhalt entwickelt – um dann dieser Idee entsprechend die Frage an das Pferd bzw. die Hilfengebung aufzubauen, die dann dementsprechend überschwänglich gelobt und bestätigt werden kann. 

Jungpferdeausbildung zum Weiterlesen und Schauen

  • Das erste Jahr von meinem Lipizzaner  Conversano Aquileja AKA Konrad habe ich ebenso in einem Videobeitrag zusammengefasst.
  • Literatur zum Thema Bodenarbeit und Beziehungsarbeit gibt es hier
  • Jungpferdeausbildung in der Praxis mitmachen – im Online Kurs