Den Begriff „Freiarbeit“ finde ich persönlich nicht sehr schön. Aber „Arbeit“ wird sich für jeden von uns anders anfühlt – ebenso, wie wir „Liebe“ oder „Freundschaft“ ganz unterschiedlich definieren. 

Für mich gibt es verschiedene Varianten: 

  1. Zusammensein und gemeinsam auf Bewegungsvorschläge eingehen
  2. Ohne Verbindung am Kappzaum die Qualität der Ausbildung überprüfen

Nummer 1 nutze ich beispielsweise, um dem Pferd mehr Verantwortung zu geben. Immer wieder wünschen sich meine Schüler, ihr Pony nicht in allen Bewegungen zu „managen“. Wir tun also….Nichts! Jetzt darf unser Vierbeiner Vorschläge machen. Gibt es in einer Ecke der Bahn etwas Spannendes zu sehen? Nichts wie hin. Sollen wir gemeinsam den „gefährlichen Spaziergänger“ anprusten und zeigen, wer da der Drache ist? Erkunden wir diese komischen Stangen und Hütchen? Werfen wir sie vielleicht auch um? Oder genießen wir einfach zusammen den Moment und tun…nichts. 
Meine Tabby wurde von mir immer wieder hinsichtlich ihres Bewegungskonzeptes beeinflusst. Ich hatte fürchterliche Angst vor Arthrose, Spat oder anderen Gelenkserkrankungen, die ihr breitbeiniges und drehendes Auffußen mit sich bringen könnten. Daher war es für sie umso wichtiger in solchen Einheiten ihre Meinung zu sagen, mich zu Bewegung zu animieren und Freiraum zu bekommen. 
Diese Art des „Trainings“ half auch vielen introvertierten Pferden mit physischen Problemen. Es ist wichtig, sich ihnen zu nähern, ohne ständig das vermeintliche „Defizit“ in den Vordergrund zu stellen. 

Die zweite Version ist mein Prüfstein hinsichtlich der bisherigen Ausbildung. Was klappt bereits gut, ohne allzu viele Sekundarhilfen zur Verfügung zu haben? Kann ich das Pferd ohne Einwirkung der Hand stellen und lösen? Versteht es die zeigende Gertenhilfe? 
Im folgenden Video zeige ich Ausschnitte meiner „Freiarbeit“ mit Amena: