Warum lohnt es sich eigentlich nach gutem Reitunterricht zu suchen? Ganz einfach:

  • Du hast Schwierigkeiten eine gute Kommunikation mit deinem Pferd aufzubauen?
  • Du stehst auf der Stelle und kommst nicht voran?
  • Oder du brauchst Hilfe bei der Rehabilitation deines Pferdes?
  • Du möchtest deine Hilfengebung verbessern und verstehen, wie du dir den Inhalt einer Lektion zu Nutze machen kannst?
  • Deine Wahrnehmung in puncto Fühlen und Sehen verbessern?
  • Du hast Angst vor dem Galopp und brauchst mentale Unterstützung, jemanden der dich an die Hand oder besser gesagt an die Longe nimmt? Vielleicht hilft es auch, der Sache mit dem Galopp von Grund auf die Schliche zu kommen – vielleicht haben sich Ängste aufgebaut, weil das Pferd schon ohne Reiter Schwierigkeiten hatte, die Balance zu halten? 

Es gibt so viele Gründe, warum es sich lohnt, Unterricht zu nehmen!  

Wie erkenne ich guten Unterricht?

Heutzutage gibt es Angebote von Reitunterricht im Überfluss. Wenn man das Internet durchforstet, findet man unzählige Offerte. Vom Online-Kurs bis hin zum Unterricht vor Ort. Und alles hat seine Berechtigung! 

Doch wie finde ich qualitativ hochwertigen Unterricht? Egal ob online oder live? 

War es früher noch die gute alte Mundpropaganda und Weiterempfehlung wird heute vorwiegend online nach einem passenden Trainer gesucht. Auch Online gibt es Bewertungen und Empfehlungen – jedoch ist die virtuelle Welt ein Schauplatz der Selbstdarstellung. Da fällt es schwer herauszufinden, wer Kompetenz nur vorgaukelt. Es wird mit Fachausdrücken um sich geworfen, Trainer machen sich in sozialen Medien gegenseitig schlecht – es ist zum Verzweifeln, schließlich war man doch nur auf der Suche nach einer guten Empfehlung.

Zufriedener Schüler, zufriedener Trainer: Guter Unterricht wurde vor allem durch Mundpropaganda weiter empfohlen.
Zufriedener Schüler, zufriedener Trainer: Guter Unterricht wurde vor allem durch Mundpropaganda weiter empfohlen.

Ein kleiner Tipp:

Die beste Visitenkarte eines Trainers, sind immer noch dessen Pferde: 

Empfehlenswert ist es immer sich den Trainer mal vor Ort, seine Arbeit und seine  Pferde und deren Umgang miteinander anzuschauen. Wie schauen die Pferde aus? Sind sie gut bemuskelt, machen sie einen glücklichen zufriedenen Eindruck in Anwesenheit ihres Besitzers? Wie geht der Trainer mit seinen Pferden um, wenn mal was nicht funktioniert? Kennt der Trainer seine Grenzen oder ist er Profi für alles? 

Auf der Suche nach Unterstützung sollte man sich selbst zuerst die Frage stellen: 

Im Unterricht: „Welcher Lerntyp bin ich“? 

Man unterscheidet zwischen 4 verschiedenen Typen – je nach Lerntyp verwenden wir unterschiedliche Sinne um Inhalte besser zu erfassen, verstehen und uns zu merken. 

  •  Auditiver Lerntyp – Dieser Lerntyp kann sich besonders gut Gehörtes merken und wiedergeben. Er kann mündlichen Erklärungen gut folgen und verarbeiten. Der auditive Lerntyp lernt am besten, wenn er den Lernstoff hört, indem er sich den Text selbst laut vorliest oder einem anderen dabei zuhört. Für ihn sind vor allem CD‘s, Gespräche, Vorträge, Podcasts und Videos in den gesprochen wird geeignet um einfacher zu lernen. 
  • Visueller Lerntyp – Dieser Lerntyp lernt am besten durch das Lesen von Informationen und das Beobachten von Handlungsabläufen. Er liest gerne, schaut sich Bilder, Videos, Skizzen, Bücher oder Illustrationen an um sich Inhalte besser zu merken. Häufig nutzt er auch geistige Bilder, während eines Vortrags, für sich.
  • Motorischer Lerntyp – Dieser Lerntyp lernt am besten indem er Handlungsabläufe selber durchführt und auf diese Weise nachvollzieht. Sein Motto lautet „learning by doing“.
    Für ihn sind vor allem Rollenspiele, Gruppenaktivitäten und selbständiges Ausprobieren geeignet um einfacher zu lernen. Informationen die durch Bewegung, Handeln und Fühlen aufgenommen werden merken sie sich sehr gut. 
  • Kommunikativer Lerntyp – Dieser Lerntyp lernt, wie der Name bereits verrät am besten durch Kommunikation. Vor allem Gespräche und Diskussionen sind für ihn wichtig. Um sich den Lernstoff gut anzueignen muss er sich sprachlich damit auseinandersetzen. 

Die wenigsten Menschen sind natürlich auf einen einzigen dieser beschriebenen Typen festgelegt. Niemand lernt im Unterricht mit nur einem Sinn! Dennoch haben die Meisten eine bestimmte Präferenz und es kann helfen sich dieser bewusst zu sein und das Lernverhalten besser darauf abzustimmen. 

Welcher Lerntyp bin ich? Die Kunst eines Trainers liegt darin, den Schüler und seine Bedürfnisse sowie dessen individuellen Lerntyp abzuholen.
Welcher Lerntyp bin ich? Die Kunst eines Trainers liegt darin, den Schüler und seine Bedürfnisse sowie dessen individuellen Lerntyp abzuholen.

Reiten an sich lernt auch der visuelle Typ nicht nur beim Zuschauen sondern übers „selber machen“, also motorisch. Daher ist es durchaus sinnvoll sich neben all den anderen tollen Möglichkeiten um sich fortzubilden und Wissen anzueignen, wie Büchern und zb. dem Online-Kurs von Einfach Reiten, sich Unterstützung vor Ort zu holen.  

Warum Unterricht nehmen? Was spricht dafür? 

Individuelle Betreuung und keine Massenabfertigung 

Uns, dem Team „Einfach Reiten“, ist es besonders wichtig jeden Schüler mit seinem Pferd individuell zu betreuen und in keine starren Systeme zu zwängen. Jedes Pferde-Menschpaar wird dort abgeholt wo es sich gerade befindet, weder unter- noch überfordert werden um sich optimal weiterentwickeln zu können. Wir Menschen unterscheiden uns alle in unseren Erfahrungen, Zielen, körperlichen Gegebenheiten und in unserer Fitness. Natürlich ist es bei unseren Pferden genauso. Keines gleicht dem anderen und schon gar nicht dem aus dem Lehrbuch. Darum ist es als Lehrer besonders wichtig speziell auf die Bedürfnisse vom jeweiligen Pferd und Reiter einzugehen! Umso besser das Training gestaltet und auf das Pferde- Menschpaar abgestimmt ist umso schneller wird es auch zu Erfolgen kommen! 

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Das Pferd in jeder Lebensphase optimal fördern

Unabhängig davon ob sie ein junges oder altes Pferd haben, ein Pferd soll und möchte auch sinnvoll beschäftigt werden, in jeder Lebensphase. Egal ob es um die Vorbereitung des Jungpferds auf das Tragen eines Reiters geht oder um dem älteren Pferd eine bessere Lebensqualität durch sinnvolle Gymnastik zu geben. Das Training soll, egal ob Jungspund oder Oldie, das Pferd im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen und fördern.  

Kleine Ziele, große Fortschritte

Häufig träumt man gleich vom „Endprodukt“ einer Übung und will diese auf Biegen und Brechen am besten gleich in einer Einheit erreichen. Das kann sowohl für Pferd als auch Reiter sehr frustrierend enden. Darum sollte jede Lektion in so viele Einzelteile wie möglich zerlegt werden um so viele Erfolge wie möglich zu haben. Die Motivation steigt dadurch enorm! Mensch und Pferd haben Freude an der gemeinsamen Arbeit und werden stolz und zufrieden das Training beenden. Das Team von Einfach Reiten ist stets bemüht Fragen ans Pferd so zu formulieren, dass man eine gute Antwort erhält. Vielleicht mag uns diese Antwort auch nicht immer gefallen – aber das wichtigste Feedback zwischen Lehrer und Schüler, egal ob vier- oder zweibeinig ist schließlich, dass man überhaupt miteinander kommunizieren kann. Für Pferde ist es auch äußerst wichtig zu lernen, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist; auch der Mensch hört zu und lernt ein „Nein“ vom Pferd nicht als bloßen Unwillen zu akzeptieren, sondern als wichtige Information, über potenzielle physische wie mentale Grenzen zu interpretieren. Zu viele Wiederholungen und zu langes Training wird durch die optimale Unterstützung eines Trainers verhindert und Ziele schnell erreicht.

Pädagogische Kompetenz

Reiten lernen wollen die unterschiedlichsten Menschen: kleine, große, sportliche, unsportliche, mutige, ängstliche, junge und ältere Reiter. Um alle in ihrer Individualität abzuholen und bestmöglich zu betreuen, braucht es einen guten Trainer der sich auf jeden Schüler, sowohl Zwei- und Vierbeiner einstellt. Es ist wichtig zu erkennen, was der Schüler in diesem Moment braucht! Aufmunternde Worte, Zuspruch oder manchmal sogar muss man den Schüler auch mal bremsen. Ein guter Lehrer sollte wissen, wie er Pferd und Mensch motivieren kann und zu Glanzleistungen bringt, jedoch sollte er auch immer wissen, wo die Grenzen liegen und diese auch akzeptieren. 

Fachliche Kompetenz

Ein guter Lehrer beherrscht sein Fach. Er kennt die Theorie und kann sie gut vermitteln. Er beantwortet dem Schüler, warum wir welche Inhalte mit dem Pferd erarbeiten und er kann auch vorzeigen, wie es geht. Das Timing stimmt. Durch richtiges Feedback kann er dem Schüler helfen, kleinste Details wahrzunehmen und ein gutes Gefühl für das Richtige zu bekommen. Er beantwortet immer wiederkehrende Fragen in aller Ruhe und versucht neue Erklärungen zu finden um den Inhalt verständlicher zu machen. Mit der Zeit erwirbt der Schüler Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihn selbst zu einem besseren Lehrer für sein Pferd machen. 

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Um die Körpersprache der Pferde besser deuten zu können ist es wichtig sich seiner eigenen bewusst zu werden. Paul Watzlawick, ein berühmter Psychologe, hat gesagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

Selbst wenn wir schweigen, erzählt unser Körper eine Menge! Alleine durch Mimik und Gestik können wir viele Informationen von unserem Gegenüber ablesen. Vor allem Pferde kommunizieren hauptsächlich über ihre Körpersprache. Ihre Mimik, Gestik, Haltung und Körperspannung können uns viele Informationen über ihr Befinden liefern. Wichtig ist es diese zu erkennen und richtig zu deuten. Ein guter Lehrer beobachtet und analysiert die Bewegungen des Pferdes, er ist sich der Biomechanik bewusst. Doch er kennt auch seine fachlichen Grenzen und überschreitet diese nicht. Im Falle von z. B. körperlichen Problemen überweist er einen kompetenten Fachmann weiter. 

Raus aus der Komfortzone und rein in den Unterricht

Diesen Punkt kenne ich nur zu gut! Ich selbst halte mich sehr gerne mit Moon in unserer gemeinsamen Komfortzone auf! Da fühlen wir uns wohl. Am liebsten würde ich alles immer bis zur Perfektion beherrschen, bevor ich einen Schritt weitergehe. Doch ich weiß, manchmal muss man raus aus der grünen Zone um wieder einen Schritt nach vorne zu machen. Von alleine fällt mir das meistens recht schwer! Darum bin ich unglaublich froh, wenn ich Unterricht habe und mich meine Trainer durch die richtige Motivation raus aus der Komfortzone holen – alles mit Maß und Ziel. So wachsen wir über uns hinaus. 

Bei meinen Schülern im Unterricht gelingt es mir gut diese aus ihren Reserven zu locken, ohne dass sie es mitbekommen. Aufgaben sollten aber immer so gestellt werden, dass sie für alle Beteiligten lösbar sind. Als Lehrer ist es also nicht nur wichtig ein toller Reiter zu sein, sondern man muss auch pädagogische Kompetenzen mitbringen und Feuer und Flamme für sein Fach sein. 

Vorbeugende Maßnahmen und Rehabilitation

Ein guter Trainer erkennt körperliche Defizite und kann diesen mit geeignetem Training entgegenwirken um Folgeschäden zu verhindern. Die Gesunderhaltung steht immer im Vordergrund. Niemals darf das Reiten und der menschliche Ehrgeiz auf Kosten des Pferdes gehen. 

Häufig kommen auch Pferde mit bereits diagnostizieren körperlichen Problemen zu uns. Wichtig ist es diese Pferde bestmöglich zu unterstützen um weitere Schäden zu verhindern. Zwei Pferde, die es körperlich und dadurch mental nicht so einfach hatten, waren Amadeus und Amigo. Befunde wie Kissing Spines, Arthrose in der Halswirbelsäule oder in den Gelenken der Vorderbeine – wie es diese Pferde trotz zahlreicher Handicaps geschafft haben, körperlich und mental wieder fit zu werden – erzählen wir in dem Blogbeitrag rund um die praktische Bodenarbeit. 

Im Unterricht ein guter Dolmetscher sein

Wir Menschen sprechen kein „pferdisch“ und werden es wohl auch nie, genauso wenig wie ein Pferd unsere Sprache sprechen lernen wird. Es geht darum, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, was zu Beginn durchaus schwer sein kann. Ein guter Trainer fungiert sozusagen als Dolmetscher zwischen Pferd und Mensch und kann die Kommunikation erleichtern und dem Schüler beibringen.

Durch gute und präzise Anweisungen des Lehrers können wir dem Pferd mit der richtigen Ausrüstung, in unserem Fall: Kappzaum, Gerte und einem Bodenarbeitsseil, Hilfen verständlich machen. Zum Beispiel wollen wir das gemeinsame Stehenbleiben und Angehen erlernen: 

Vielleicht denkt sich der eine oder andere jetzt: „Ein Pferd zu führen und anzuhalten ist doch nicht schwer“. Doch hat man es schon mit aller Achtsamkeit versucht?

Zu Beginn ist es immer ratsam sich den Inhalt gut vorstellen und sich bewusst zu machen, was man von dem Pferd möchte. Umso bewusster die Sache angegangen wird, umso besser wird das Pferd das Verhalten des Menschen interpretieren können.

Praxisbeispiel: Basisführübungen aus dem Unterricht

Wir befinden uns neben dem Pferd auf Schulter- oder Kopfhöhe mit dem Blick nach vorne gerichtet und wollen gemeinsam losgehen. 

Wir stellen uns vor, wir befinden uns auf der linken Hand. In unserer rechten Hand befindet sich das Ende der Longe und die Gerte. Die linke Hand ist somit meine direkte Hand und hat über die Longe die direkte Verbindung zum Nasenrücken des Pferdes.   

Wichtig beim Angehen ist es, dem Pferd nicht einfach davon zu laufen. Vorsichtig beginne ich mein Gewicht nach vorne zu verlagern, Richtung Zehenspitzen, um dem Pferd zu signalisieren, dass wir angehen wollen. Mein Blick ist nach vorne, dorthin, wo ich hingehen möchte gerichtet. Die direkte Hand fordert nicht, sie hält die Longe weich und unterstützt die Signale. Meistens nimmt das Pferd diese Schwerpunktverlagerung bereits wahr und reagiert darauf. Wenn es doch nicht gleich funktioniert, lass dir Zeit und versuche es nochmal! Falls es noch nicht klappen sollte, können wir als nächsten Schritt, um zu verdeutlichen was wir wollen, unsere Beine am Stand in Bewegung setzten und Bewegung erstmal auf der Stelle einleiten. Eine weitere Möglichkeit ist, mit der Gerte dem Pferd vorsichtig Richtung der Hinterbeine Energie zuzufächern oder es bei Bedarf mit der Gerte vorsichtig anzustupsen. 

Wenn wir uns gemeinsam durch die Halle bewegen, sollten wir genau darauf achten, dass wir uns synchron bewegen. Das Pferd sollte weder nach vorne eilen und den Menschen überholen noch zurückbleiben und „verloren“ gehen. 

Wenn wir uns schließlich im Gleichtakt miteinander fortbewegen, wollen wir zum Halten kommen. Am besten beginne ich wie beim Angehen mit einer leichten Schwerpunktverlagerung meines Körpers, aber diesmal in Richtung meiner Fersen und kann unterstützend tief und laut Ausatmen. Wenn das Pferd meiner Aufforderung nicht folgt, habe ich noch die Möglichkeiten mit der Gerte vor das Pferd zu zeigen und mit der direkten Hand eine stoppende Welle Richtung Nasenrücken zu schicken. 

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Stärken erkennen im Unterricht

Wer kennt es nicht? Man selbst sieht immer nur die eigenen Schwächen. Die eigenen Stärken und die des Pferdes zu erkennen fällt uns oft schwer. Ein guter Lehrer hilft uns dabei diese zu erkennen und auch zu unserem Vorteil zu nutzen. Oft entpuppt sich auch eine vermeintliche Schwäche als besondere Stärke.

Über Einfach Reiten 

Anna Eichinger hat Einfach Reiten 2014 ins Leben gerufen – mittlerweile sind Viktoria Portugal und ich Bestandteil des Teams. Teamplayer zu sein, hat viele Vorteile: 

  •  Wir supervidieren unsere Arbeit regelmäßig
  •  Wir nehmen gemeinsam an Fortbildungen teil
  •  Wir hinterfragen uns. Sich zu hinterfragen und niemals stehen zu bleiben ist meines Erachtens die wichtigste Eigenschaft für einen guten Trainer. 

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